Was ist Autismus ?

Autismus ist ein Syndrom, keine Krankheit!

 

Die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die in den ersten 3. Lebensjahren (frühkindlicher Autismus / Kanner Autismus) und meist zwischen dem 4. und 6. Lebensjahr (Asperger-Syndrom/A-typischer Autismus) zu erkennen ist. In den folgenden drei Bereichen werden die Symptome deutlich: im sozialen Umgang mit Mitmenschen, in der Kommunikation und in sich stets wiederholenden Handlungen.

Das Asperger-Syndrom (F84.5) unterscheidet sich vom frühkindlichen Autismus (F84.0) in erster Linie dadurch, dass oft keine Verzögerungen bzw. kein Entwicklungsrückstand in der Sprache oder der kognitiven Entwicklung vorhanden ist. Hingegen sind in der psychomotorischen Entwicklung und der sozialen Interaktion Auffälligkeiten festzustellen.

 

Hintergrund ist eine veränderte Verarbeitung von Wahrnehmungen und Informationen im Gehirn. Das bedeutet, dass Sinneseindrücke zu stark, zu schwach, bruchstückhaft oder verzögert verarbeitet werden. Hinzu kommen in fast allen Fällen Über- oder Unterempfindlichkeiten der Sinnesorgane.

Autismus ist eine seelische Behinderung. Die Behinderung ist „unsichtbar“, was die Akzeptanz in der Gesellschaft sehr erschwert.
Autismus ist nicht heilbar, doch haben autistische Kinder bei entsprechender intensiver Förderung vor allem in jungen Jahren große Chancen auf eine aussichtsreiche Entwicklung. Je früher die richtige Therapie beginnt und sich die Familie und die Umwelt auf die Besonderheiten einstellen, desto größer sind die Möglichkeiten. Behörden, Kindergarten, Schule und Eltern müssen zusammenarbeiten. Passende Rahmenbedingungen sind erforderlich.
Die meisten autistischen Kinder können zunächst keine Geste, kein Lächeln, kein Wort verstehen. Sie ziehen sich zurück, kapseln sich „autistisch“ ab – daher der Name!

 

Jede Veränderung in ihrer Umwelt erregt sie stark.

 

Autistische Kinder können meist nicht spielen und benutzen ihr Spielzeug in immer gleicher, oft zweckentfremdeter Art und Weise. Sie entwickeln Stereotypien, z.B. Drehen und Kreiseln von Rädern, Wedeln mit Fäden oder Papier.

 

Die Zusammensetzung und Ausprägung der typischen Symptome ist von Autist zu Autist verschieden. Sie bestehen zwanghaft auf bestimmte Ordnungen oder können ihre Eltern zur Verzweiflung bringen durch exzessives Sammeln bestimmter Gegenstände, durch ihre Weigerung, bestimmte Kleidung zu tragen oder durch Wiederholung immer derselben Verhaltensweisen oder sprachlichen Äußerung.

 

Die intellektuelle Begabung autistischer Kinder ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von geistiger Behinderung über normaler Intelligenz bis hin zur Hochbegabung. Viele autistische Kinder zeigen (nicht immer!) erstaunliche Teilleistungen im Rechnen, in technischen Disziplinen, in der Musik und auf anderen Gebieten.

 

So unterschiedlich sich die ursächlichen Faktoren für das Syndrom darstellen, so vielfältig und jeweils am einzelnen Kind ausgerichtet, müssen die pädagogischen und therapeutischen Ansätze sein.

 

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